Ecuador, das Land am Äquator, bietet auf kleinstem Raum eine unglaubliche Vielfalt und unvergessliche Kontraste. Einerseits durch Naturgegebenheiten in geografisch sehr unterschiedlichen Regionen, andererseits durch sein wertvolles kulturelles Erbe.
Ecuador erleben
Vier Welten
Amazonas Anden Galápagos Küste, vier Welten, die so verschieden sind, dass sie auch als vier Länder betrachtet werden können. Dazu gehören das Amazonasgebiet mit seinem Regen- und Nebelwald und tausenden von Orchideenarten, das imposante Andengebiet mit schneebedeckten Bergen und beeindruckenden Vulkanen, das Naturparadies Galápagos mit seinen verzauberten Inseln und das interessante Küstengebiet. Die Einzigartigkeit Ecuadors hat schon viele berühmte Forscher und Reisende beeindruckt, zu den bekanntesten gehören Alexander von Humboldt mit seiner spannenden Reiseliteratur und Charles Darwin, der auf den Galapagos den Ursprung der Arten erforschte und seine Evolutionstheorie entwickelte.
Ein Paradies auf Erden: Die Galápagos-Inseln
1835 entdeckte der englische Naturforscher Charles Darwin dieses Paradies auf Erden. Tausend Kilometer vor der ecuadorianischen Küste befindet sich dieses mysteriöse und faszinierende Archipel. Er besteht aus 13 grossen und sechs kleineren Inseln sowie über 40 Eilande. Eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt erwartet den Besucher. Neben bizarren Landschaften gehören die Galápagos-Schildkröte, der Blaufusstölpel, der Fregattvogel, viele verschiedene Leguane, der Seelöwe und weitere endemische Tierarten zu den Attraktionen der Inseln. Auf den Galápagos-Inseln findet man einen Naturraum mit ganz besonderen Umweltbedingungen, die einzigartige Tier- und Pflanzenarten hervorbrachten, die zum grössten Teil nur auf diesen Inseln vorkommen.
Im Hochland
Die «Strasse der Vulkane» nannte Alexander von Humboldt das Stück der Panamericana, das vom Norden (Tulcán) bis Süden (Cuenca) reicht. Die Strasse durchquert Täler und Ebenen der Anden, die von der West- und Ostkordillere mit ihren imposanten schneebedeckten Vulkanen eingerahmt sind. Unterhalb der Schneegrenze sind die Vulkanflanken schachbrettartig von leuchtend grünen Parzellen und farbig schimmernden Maisfeldern überzogen, immer wieder unterbrochen von den glänzenden Gewächshäusern der Blumenproduzenten.
Der Oriente (Amazonasgebiet)
Der ecuadorianische Amazonasgebiet bedeckt ca. 45 % des Landes und ist eine ökologische Schatzkammer mit zahlreichen Flüssen und einem wahren Paradies an Fauna und Flora. Es wird geschätzt, dass über 7'000 medizinische Komponenten und Inhaltsstoffe von Pflanzen aus der Amazonasregion bezogen werden. Ecuador beherbergt weltweit die grösste Tier- und Pflanzenartenanzahl pro Quadratkilometer. Das Amazonasgebiet ist die Heimat von über 600 Fischarten, Tapiren, Anakondas, Königsschlangen, Schildkröten, Alligatoren, Jaguaren, Hirschen, Gürteltieren, Bären, Affen, Riesennagetieren sowie unendlich vielen Vögeln. Das Gebiet umfasst über 140 000 km² und stellt die grösste Region Ecuadors dar. Der Oriente hat in den letzten 30 Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht und das ecuadorianische Amazonasgebiet gilt heute als eines der am einfachsten zu bereisenden Amazonasgebiete von Südamerika.
Die Küste
Die Küste Ecuadors und ihr fruchtbares Hinterland sind das wichtigste Anbauland und Siedlungsgebiet des Andenstaates. Diese Gegend hat drei Oekosysteme, im Norden tropischer Regenwald, im Zentrum und südwestlich davon tropische Savanna und Trockenwald auf dem südlichen Streifen.
Reiseinformationen Ecuador
Geografie
Ecuador liegt im Nordwesten des südamerikanischen Subkontinents. Es grenzt im Norden an Kolumbien, im Süden und Osten an Peru und im Westen bildet der Pazifische Ozean die natürliche Grenze. Das Land liegt beidseitig des Äquators etwa zwischen dem 2. Grad nördlicher und dem 5. Grad südlicher Breite. Zu Ecuador gehört die Inselgruppe der Galápagos, die rund 1000 km vor der Festlandküste auf einer untermeerischen Plattform aus dem Pazifischen Ozean ragt. Ecuador umfasst ca. 260 000 km2. Beinahe zwei Drittel der Landesfläche Ecuadors sind von tropischen Regenwäldern bedeckt. Die immergrünen tropischen Regenwälder bilden einen schmalen Vegetationsgürtel rund um den Äquator. Nirgends auf der Erde ist das Pflanzenleben so artenreich wie im Regenwald der inneren Tropen. In Ecuador sind über 20 000 Pflanzenarten bekannt. Einzigartig auf der Welt ist die tropische Hochlandzone des Páramo, die eine feuchtkalte Graslandzone darstellt, auf Höhen zwischen 3500 und 4500 m. Vorübergehende Wolken können in diesen Höhen zu Temperatureinstürzen von 15 °C innerhalb von bloss 5 Minuten führen.
Wirtschaft
Die Rohstoffreserven Ecuadors sind Erdöl, Bananen, Kaffee, Kakao, Zuckerrohr und Garnelen. Bananenplantagen verteilen sich in Ecuador entlang der Küste und vereinzelt in den angrenzenden Tälern. Ein grosses Problem ist die hohe Abhängigkeit von den Rohstoffen. Mit grosser Sorge sehen Wirtschaftspolitiker die Rohstoffe in ca. 1015 Jahren zu Ende gehen. 1993 hat die Privatisierung in Ecuador Einzug gehalten. Mit der Dollarisation im Januar 2000 sollte der staatliche Haushalt wieder unter Kontrolle gebracht werden. Wichtigster Handelspartner Ecuadors sind nach wie vor die USA, die Länder Lateinamerikas sowie die EU.
Klima / Reisezeit
Ecuador liegt am Äquator im Bereich der inneren Tropen. Es gibt daher nur geringe Temperaturschwankungen im Jahresverlauf, jedoch grosse im Tagesverlauf. Es gibt keine Jahreszeiten wie in Europa. Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Windverhältnisse sind die bestimmenden klimatischen Faktoren. In Ecuador gibt es nicht nur ein Klima, sondern viele Klimata. Aus diesem Grund kann keine auf das gesamte Land anwendbare ideale Reisezeit angegeben werden. Prinzipiell kann Ecuador das ganze Jahr über bereist werden. An der Küste und auf Galápagos herrscht von Januar bis April Regenzeit. In dieser Zeit sind milde Nordostpassate dominierend, aus dem Norden führt der Panamastrom wärmeres Wasser heran. Von Juli bis Dezember herrscht in diesen Gebieten Trockenzeit, es ist kühler und der Himmel meist mit Wolken versehen. Im Küstengebiet ist es während der Trockenzeit angenehmer zu reisen, für die Galápagos-Inseln eignet sich die Regenzeit jedoch besser. Im Hochland ist es das ganze Jahr über kühl. Im Amazonastiefland herrscht dagegen immer eine feuchte Hitze.
Bevölkerung
Ecuador hat knapp 14 Millionen Einwohner und gehört damit zu den mittleren Staaten Südamerikas. Etwa 40% der Bevölkerung ist unter 15 Jahre und nur 5% über 65. Das Durchschnittsalter liegt bei 23 Jahren in Südamerika sind nur die Bolivianer und die Paraguayer jünger. Die arbeitende Bevölkerung beträgt gut vier Millionen Menschen. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt 50 Einwohner pro km², damit hat Ecuador die höchste Bevölkerungsdichte Südamerikas.
Politische Situation
Ecuador ist ein unabhängiger, demokratischer Staat mit einem präsidialen Regierungssystem. Der Staatspräsident ist Staatsoberhaupt und Regierungschef. Als Verwaltungseinheit setzt sich Ecuador aus 24 Provinzen und den vom Verteidigungsministerium verwalteten Galápagos-Inseln zusammen.
