An den «Guyanas» dazu zählen die Staaten Suriname, Französisch Guyana und Guyana zeigten weder Kolumbus noch die spanischen Eroberer grosses Interesse.
Dies nutzten die drei anderen Kolonialmächte England, Frankreich und die Niederlande als Chance, an den Küstengebieten im Norden Südamerikas Fuss zu fassen. So kam es, dass die «Guyanas» zum restlichen Südamerika nie so ganz dazu gehörten und noch heute einen unausgesprochenen Sonderstatus einnehmen. Die Küche der drei Länder ist ebenso vielfältig wie ihre Geschichte. Nach wie vor zeigen sich die Einflüsse vom Mutterland wie auch von Asien deutlich.
Reiseinformationen Guyanas
Geografie
Suriname (Hauptstadt: Paramaribo) ist mit einer Fläche von 163'270 km2 das kleinste unabhängige Land Südamerikas. Die höchste Erhebung ist der Julianatop mit 1280 Metern. Es ist ein Land mit einer kulturellen Vielfalt und es besitzt mit dem 1,6 Mio Hektaren grossen Central Suriname Natur Reservat (UNESCO Weltkulturerbe) den grössten, unberührten tropischen Regenwald der Welt. Etwa 80% des Landes sind mit Urwald bedeckt. Hier leben Otter, Jaguare, Tapire, Primaten und viele andere Tierarten. Unter den Ornithologen geniesst Suriname den internationalen Ruf, das Vogelparadies von Südamerika zu sein, es kommen hier mindestens 668 verschiedene Vogelarten vor.
Französich-Guyana (Hauptstadt: Cayenne) umfasst eine Fläche von 86'504 km2, ist ein Überseedepartement von Frankreich und gehört damit zur EU. Die 378 km lange Atlantikküste steht einer 730 km zu Brasilien und einer 510 km Grenze zu Suriname gegenüber. Französisch-Guyana weist das grösste zusammenhängende Waldgebiet Frankreichs und der Europäischen Union auf. 90% des Landes sind mit tropischen Regenwäldern bedeckt. Höchste Erhebung ist der Mont Bellevue de Inini mit 850 Metern. Der weitaus grösste Teil der Bevölkerung lebt an der Küste, wo sich die grössten Städte befinden.
Der tiefste Punkt vom 214'970 km2 grossen Guyana (Hauptstadt: Georgetown) befindet sich an der Atlantik-Küste, höchster Punkt ist der Berg Roraima mit 2835 m. An der Grenze zu Venezuela und Brasilien erhebt sich das Guyana-Gebirge, nach dem der Staat benannt wurde. Der Nationalpark Potaro besticht durch seine Wasserfälle, u.a. die 225 m hohen Kaieteurfälle. Die Bevölkerung konzentriert sich an der atlantischen Küste; grosse Teile des Binnenlandes sind dünn besiedelter tropischer Regenwald.
Wirtschaft
Surinames landwirtschaftliche Haupterzeugnisse sind Reis, Zitrusfrüchte, Gemüse und Bananen. Die Krabbenfischerei ist ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftszweig. Zur Zeit der Kolonialisierung war Suriname die wohl profitabelste Plantagenkolonie der Niederlande, vor allem Zucker wurde exportiert. Heute ist Suriname weltweit die Nation mit der achtgrössten Bauxit-Förderung. Die Einnahmen für den Staat aus dem Öl sind inzwischen jedoch höher als die aus den Bauxitvorkommen. Neben Bauxit und Mineralöl werden noch Gold, Holz, Reis, Bananen und Fisch exportiert.
Französisch-Guyanas wichtigster Pfeiler der Wirtschaft ist der Weltraumbahnhof der ESA. Durch die Nähe zum Äquator benötigen die Raketen bei einem Start von hier aus weniger Treibstoff als von Europa. Die Forstwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftszweig des Landes. Landwirtschaft wird nur in Küstennähe betrieben. Exportiert werden vor allem Fisch, Reis und Gold.
Guyana ist reich mit natürlichen Ressourcen ausgestattet. Strukturell aber steht Guyana wie fast alle Staaten der Region vor dem Problem, nur einen kleinen Binnenmarkt zu haben und eine wenig diversifizierte Industrie zu besitzen. Dadurch besteht starke Abhängigkeit von Importen.
Politische Situation
Suriname ist eine ehemalige niederländische Kolonie und seit 1975 unabhängig. Seit 1987 ist es eine parlamentarische Demokratie, bestehend aus einem Einkammerparlament mit 51 Abgeordneten, an oberster Spitze ist der Staats- und Regierungschef.
Französisch-Guyana ist wie alle anderen Departemente in der französischen Legislative durch Volks- und Gemeindevertreter präsent, so besitzt es in der Nationalversammlung und im Senat je zwei Mandate. Alle französischen Gesetze finden in Guyana Anwendung. Jedoch kann auf lokale Besonderheiten Rücksicht genommen werden. Französisch-Guyana ist Teil der Europäischen Union.
Guyanas Staatspräsident wird alle fünf Jahre direkt gewählt. Er ist der oberste Inhaber der Exekutive. Die Legislative liegt bei der Nationalversammlung. Das Rechtswesen orientiert sich am britischen Vorbild.
Einreisebestimmungen
Für die Einreise nach Suriname, Guyana und Französisch-Guyana benötigen Schweizer Staatsangehörige einen gültigen Reisepass, der noch mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist. Bei einem Aufenthalt länger als 30 Tage müssen Sie sich in Suriname und Guyana bei der örtlichen Polizei anmelden. Staatsangehörige von Deutschland und Österreich benötigen für Suriname ein Visum, beim Besuch aller Guyanas muss ein «Multiples Visum» für Suriname angefragt werden. Staatsbürger anderer Nationen informieren sich bitte beim zuständigen Konsulat.
Zeitdifferenz
Suriname und Französisch-Guyana haben während der Sommerzeit eine Zeitdifferenz zur Schweiz von 5 Stunden und während der Winterzeit 4 Stunden. In Guyana beträgt die Zeitdifferenz jeweils eine Stunde mehr.
Bevölkerung
Die Republik Suriname zählt ca. 490'000 Einwohner, wovon ca. 250'000 Einwohner in der Hauptstadt Paramaribo wohnen. Die Bevölkerung ist ethnisch sehr heterogen, was sich auch in Religionszugehörigkeit und den unterschiedlichen Muttersprachen zeigt: ein Zusammenleben von Indern, Kreolen, Malaien, Schwarzafrikanern, Chinesen, Arabern, Europäern und indigenen Völkern.
Französisch-Guyana zählt ca. 199'500 Einwohner. Aufgrund der hohen Geburtenrate wächst die Bevölkerungszahl sehr schnell und ist mit durchschnittlich 28,5 Jahren sehr jung. Die Bevölkerung wächst zudem auch durch Einwanderung. Die meisten Einwanderer kommen aus nahen Staaten wie Guyana, Suriname, Brasilien und Haiti; bedeutende Immigration wird auch aus Südasien verzeichnet.
In Guyana beanspruchen von den insgesamt ca. 770'000 Bewohnern mit 51% die Inder die absolute Mehrheit, jedoch ist mit 50% das Christentum die mehrheitliche Volksreligion. Kreolen- oder Afro-Guyaner sind mit ca. 30%, Mischlinge mit 12%, indigene Völker mit ca. 9% vertreten. Der Rest fällt auf Europäer und Chinesen.
Impfungen
Es ist empfohlen eine gut ausgerüstete Reiseapotheke mitzunehmen. Für Französisch-Guyana ist eine Gelbfieberimpfung erforderlich jedoch empfiehlt sich diese auch für Guyana und Suriname. Eine Malariaprophylaxe und eine Impfung gegen Hepatitis A und B wird empfohlen. Beachten Sie, dass bei der Einreise aus anderen lateinamerikanischen Ländern eine Gelbfieberimpfung obligatorisch sein kann. Der notwendige Impfschutz lässt sich oft nur aufgrund des genauen Reiseablaufes festlegen. Bitte erkundigen Sie sich vor Abreise bei Ihrem Arzt, beim Tropen- oder Impfzentrum.
Währung
Die Währung Surinames ist der Suriname Dollar. 10 (SRD) = CHF 3.75 (Stand Juli 2008).
Französisch-Guyanas Währung ist der Euro (EUR). 1 EUR = CHF 1.65 (Stand Juli 2008).
Guyana verfügt über den Guyana Dollar (GYD): 100 GYD=CHF 0.50 (Stand Juli 2008).
Es ist zu empfehlen, entweder US-Dollar oder Euro mitzunehmen. Akzeptiert werden von den Banken auch Traveller Cheques. Zahlungen mit einer der gängigen Kreditkarten (American Express, Visa, Mastercard) sind in grösseren Orten in vielen Fällen möglich.
Stromspannung
Suriname 110 Volt/60 Hertz
Französisch-Guyana 220 Volt/50 Hertz
Guyana 220 Volt/60 Hertz
Adapter ist erforderlich.
Sprache
Die offizielle Amtssprache von Suriname ist niederländisch und wird vor allem im Unterricht und der Staatsverwaltung gesprochen. Neben dem Niederländischen ist vor allem die Kreolsprache Sranan-Tongo die Muttersprache der verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Englisch ist auch weit verbreitet.
Die offizielle Sprache von Französisch-Guyana ist französisch. Die indigene Bevölkerung im Gebiet bei Saint Georges de lOyapock spricht Palikur. Die meisten lebten ursprünglich auf der brasilianischen Seite des Flusses, sind dann aber nach «Frankreich» gekommen.
Umgangssprache in Guyana ist vor allem ein teilweise kreolisiertes Englisch, daneben Hindi und andere neuindische Sprachen sowie die Sprache der indigenen Bevölkerung. Die Besiedlung beschränkt sich weitgehend auf den Küstenraum. Im Hochland sind einzelne Indianerstämme angesiedelt.
Flughafentaxen
Die internationale Abflugstaxe in Guyana beträgt ca. USD 25 (Stand Juli 2008). Die Flughafentaxen müssen jeweils beim Check-in bar bezahlt werden, sofern sie nicht im Flugticket eingeschlossen sind. Suriname und Französisch-Guyana erheben keine Abflugstaxen. Zusätzlich werden für Inlandflüge Flughafentaxen erhoben, die vor Ort bar bezahlt werden müssen.
Hinweis
Erst seit den letzten Jahren entwickelt sich langsam der Ökotourismus in den Guyanas. Er steckt aber noch immer in den Kinderschuhen. Es läuft nicht immer alles nach Plan, die Bewohner der Guyanas sind aber ein sehr freundliches und hilfsbereites Volk. Wir bieten Ihnen Rundreisen an, in denen Natur, Kultur und Abenteuer gross geschrieben werden. Man muss nicht ein Abenteurer sein, um die Guyanas entdecken zu können, wohl aber die Bereitschaft mitbringen, im Landesinnern auf den Luxus eines Hotels zu verzichten. Ausserhalb der Stadt gibt es weder Warmwasser noch Elektrizität und die Möglichkeit für Mahlzeiten ist oft auf die jeweilige Unterkunft begrenzt.
Klima & Reisezeit
Das Klima ist mit konstanten Temperaturen, die im Mittel um 29°C liegen, tropisch. Es gibt zwei Regenzeiten im Jahr: Von Anfang Dezember bis Anfang Februar herrscht die so genannte kleine Regenzeit, von Ende Mai bis Mitte August die grosse Regenzeit. Dazwischen liegen die Trockenzeiten. Beste Reisezeit ist Anfang Februar bis Ende April und Mitte August bis Anfang Dezember.
| Klimatabelle | J | F | M | A | M | J | J | A | S | O | N | D | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Suriname | T | 29 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 31 | 32 | 32 | 32 | 30 | 30 |
| N | 16 | 11 | 12 | 14 | 21 | 21 | 18 | 12 | 7 | 7 | 10 | 16 | |
| Guyana | T | 28 | 29 | 29 | 29 | 29 | 29 | 29 | 30 | 30 | 30 | 30 | 29 |
| N | 14 | 8 | 8 | 10 | 17 | 21 | 19 | 13 | 7 | 7 | 10 | 16 | |
| Französisch Guyana | T | 28 | 29 | 29 | 30 | 30 | 30 | 30 | 30 | 31 | 31 | 30 | 29 |
| N | 21 | 18 | 18 | 20 | 23 | 23 | 17 | 12 | 6 | 7 | 11 | 20 |
T = Tagestemperaturen in °C; N = Niederschlagstage
