Rinderherden überziehen endlose Hügelzüge, in den weiten Ebenen liegen herrschaftliche Estancias, wo die Zeit stillgestanden zu sein scheint und der Reisende auf den Spuren der südamerikanischen Cowboys wandeln kann - Uruguay lebt noch heute den Mythos der Gauchos.
Reiseinformationen Uruguay
Geografie
Uruguay ist mit 177 508 km2 nach Suriname das zweitkleinste Land Südamerikas. Es grenzt im Norden und Nordosten an Brasilien, im Osten und Südosten an den Atlantik, im Süden an den Rio de la Plata und im Westen an Argentinien, wobei der Rio Uruguay die Grenze bildet. Uruguay ist ein Hügel- und Stufenland. Es ist geologisch und morphologisch eng mit dem Süden Brasiliens verwandt.
Bevölkerung
Ethnisch setzt sich die Bevölkerung ca. 3,4 Mio. aus Nachkommen europäischer Einwanderer (88%), Mestizen (8%) und Nachkommen afrikanischer Sklaven (4%) zusammen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Einwanderer auch aus den Nachbarstaaten Brasilien und Argentinien, wobei die Hauptgründe für die Emigration in den repressiven Regimes und der schlechten Wirtschaftslage der beiden Länder lagen.
Sprache
Die Landessprache ist Spanisch. Wer in Kontakt mit der Bevölkerung kommen möchte, sollte auf jeden Fall über Grundkenntnisse in Spanisch verfügen. In Grossstädten kann man sich auch mit Englisch verständigen.
Politische Situation
Mit der Verfassung von 1967 wurde eine demokratische, rechtsstaatliche Präsidialrepublik verankert. Der Staatsaufbau ist zentralistisch, die 19 Provinzen (Departamentos) haben nur eine geringe Selbstverwaltung. Die Hauptstadt Montevideo, in der knapp die Hälfte der Uruguayer lebt, dominiert das wirtschaftliche und kulturelle Geschehen.
Wirtschaft
Uruguay ist ein Agrarland. Etwa 87% des Staatsgebietes werden landwirtschaftlich genutzt, davon zwei Drittel für Viehzucht, besonders Schafe und Rinder. Fleisch, Wolle und Leder sind die wichtigsten agrarischen Exportgüter des Landes, wobei Uruguay einer der wichtigsten Wollproduzenten (an 5. Position) weltweit ist. Neben der Viehzucht wird der Anbau von Zuckerrohr und Zuckerrüben, Weizen, Reis, Sorghum, Tomaten und Mais betrieben. Jährlich werden etwa 130 000 Tonnen Fisch gefangen und etwa 1,1 Millionen Hektoliter Wein erzeugt, der zum überwiegenden Teil im eigenen Land konsumiert wird.
Währung
Die Währung Uruguays ist der Uruguayische Peso (UYU).
Währungsrechner
Zeitdifferenz
In der Sommerzeit beträgt die Differenz zwischen der Schweiz und Uruguay -5 Stunden und in der Winterzeit -4 Stunden.
Einreisebestimmungen
Für die Einreise (Aufenthalt bis zu drei Monaten) nach Uruguay benötigen Staatsangehörige von der Schweiz, von Österreich und von Deutschland einen gültigen Reisepass, der noch mind. 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist. Staatsbürger anderer Nationen informieren sich bitte beim zuständigen Konsulat.
Stromspannung
220 Volt / 50 Hertz (Adapter ist erforderlich).
Impfungen
Für die Einreise nach Uruguay sind keine Impfungen vor-
geschrieben. Beachten Sie, dass bei der Einreise aus anderen lateinamerikanischen Ländern eine Gelbfieber-
impfung obligatorisch sein kann. Bitte erkundigen Sie sich vor Abreise bei Ihrem Arzt, beim Tropeninstitut oder Impfzentrum nach dem aktuellen Stand.
Flughafentaxen
Internationale Abflugstaxe ist ca. USD 31 pro Person (Stand Juli 2008). Die Flughafentaxen müssen jeweils beim Check-in bar bezahlt werden, sofern sie nicht im Flugticket eingeschlossen sind. Zusätzlich werden für Inlandflüge Flughafentaxen erhoben, die vor Ort bar bezahlt werden müssen.
Küche
Das Nationalgericht ist das Asado. Darunter versteht man alle Sorten von Rindfleisch, die über einem offenen Holzfeuer gegrillt werden. Ein besonders am Strand und bei Festen sehr beliebtes Erfrischungsgetränk ist der Clericó, ein Gemisch aus Sekt, Weisswein, Fruchtsaft und Fruchtstücken. Die Gauchos, die die Viehherden bewachen, haben die Gewohnheit entwickelt, Mate-Tee am Lagerfeuer in grossen Feldflaschen zu kochen, die dann von Hand zu Hand gereicht werden, damit jeder mit einem speziellen Strohhalm (bombilla) trinken kann.
Natur
Uruguay bietet eine abwechslungsreiche Natur. Flach im Süden, grüne Hügelketten im Zentrum, eine sumpfige Ebene im Westen entlang des Rio Uruguay und Strände mit Sanddünen am Atlantik. Generell ist Uruguay sehr fruchtbar und wird dementsprechend von der Landwirtschaft genutzt.
Estancias
Im Inneren des Landes, inmitten der weiten Weideflächen, sind grosse Viehzuchtbetriebe, die «Estancias», zu finden. Heutzutage verfügen einige auch über eine touristische Infrastruktur wir laden Sie ein, die traditionelle Lebensweise der Gauchos, der südamerikanischen Cowboys, kennen zu lernen.
Pampa
Entlang des Unterlaufs vom Rio Uruguay und entlang des Rio de la Plata findet sich ein bis zu 120 km breiter Pampastreifen mit dem typischen steinfreien Lössboden. Die dünne Lössbodenschicht wird an einigen Stellen von so genanntem kristallinem Untergrund durchbrochen, so beispielsweise bei Montevideo vom 142 m hohen Cerro Montevideo.
Geheimtipp
Entdecken Sie die Kontraste dieses kleinen Landes: Schlendern Sie durch die Gassen der Kolonialstadt Colonia del Sacramento, geniessen Sie eine Wein- und Käsedegustation in den Rebbergen, bestaunen Sie die Reitkünste der Gauchos auf den Estancias und erholen Sie sich am Strand bei Punta del Este.
Klima & Reisezeit
Es herrscht ein wechselhaftes, gemässigt warmes Klima.
Uruguay ist aufgrund des milden Klimas ganzjährig bereisbar. Der Sommer (Dezember - März) ist angenehm warm und somit die beste Reisezeit. Der Winter (Juni - September) ist mild. Die übrigen Jahreszeiten bieten sonnige Tage und kühle Nächte. Plötzliche Temperaturschwankungen sind für Uruguay, aufgrund des Pompero-Windes, typisch.
| Klimatabelle | Jan. | Feb. | März | April | Mai | Juni | Juli | Aug. | Sept. | Okt. | Nov. | Dez. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Montevideo | T | 25 | 26 | 26 | 24 | 21 | 19 | 17 | 17 | 17 | 19 | 20 |
| N | 1 | 0 | 0 | 0 | 1 | 1 | 1 | 2 | 1 | 0 | 0 |
T = Tagestemperatur in °C ; N = Niederschlagstage
